Ihre Landschaftsbeschreibungen

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De Schänken-Aarsch am Lindbèèrg Oberwinterthur. Von Äin von Oberi

S Biispiil vom «Füdlispalt» als chindtliche Fluername, wo der A. Büelme devoo verzellt, erineret mi a miini Chindhäit. Und das au miir en Schii- und Schlittelhang am Lindbèèrg nach dèm Körpertäil gnamset händ: zwee Püggel über em Graafehaag, zwüschet de Zinzikerbèèrg- und de Limprgstraass, der äint echli hööcher weder der ander, ganz nööch binenand. Das isch für öis de «Schänken Aarsch» gsii. «Schänke», wil er grad näbet em Grundstuck mit Püntehüüsli vo de Familie Schenk gglägen isch. Als Goofe si miir iez mit de Schii vom hööchere Füdlibaggen in Füdlispalt abe gfaaren, und de Schwung hät grad bis uf de niderer ue gglanget.  Deet hä mer en Boge gmacht und sind in Zinzikerbèèrgwääg abe gsaust. Hütt giengti daas nüme, zwüschet den Äifamiliehüüser dure. Und au vom «Schänken Aarsch» redt allwääg niemert me.

 

Füdlispalt (ZH). Von A. Bühlmann

Der Füdlispalt ist m.E. ein sehr lokaler Flurname, der wahrscheinlich nur gerade von Anwohnern der Weststrasse, Winzerstrasse, Weinbergstrasse und des Traubenwegs bekannt ist. Evtl. wird sich der Kreis aber erweitern, wenn der Flurname im Netz erscheint. Ob er auch noch heute Verwendung findet, ist mir nicht bekannt, weil ich seit 40 Jahren nicht mehr im Quartier wohne. In meiner Kindheit bin ich im Winter mit Freundinnen und Freunden zum Füdlispalt hoch gegangen um dort zu schlitteln. Seinen Namen hat der Füdlispalt wohl von der äusseren Form. Er ist links und rechts von zwei sich „gääch“ erhebenden Hügeln begrenzt. Auf dem Foto ist das leider nicht so klar ersichtlich, man muss davor stehen, damit man versteht, warum es wohl keinen träferen Begriff für diesen speziellen Flurnamen gibt.

 

Sportflugplatz Oberwinterthur ZH. Von Äin vo Oberi

Wän i mi a miini Jugedziit erinere, taucht öppedie d Hegmatte vor mer uuf, wo de Flugplatz Oberi isch. Eso vil Himel wie da usse hä mer in öisere Juget sälten über is ghaa. Scho wä mer im Sumer bi de Tachpappifabrik vo de Frauefälderstraass über s Rietbachbrüggli uf de Griewääg choo sind, hät s aagfange: s Gflimer über em Staubströössli und das sunewaarm Bulver zwüschet de Zéée, de Gsang von Lèrchen i de Luft und de Pfiff vom Etzwiiler vor em rootwiissen Andreeas-Chrüüz bim Baanübergang und glii drufabe s Radabamm vom Schnällzuug über s Riet vo Wisidange hèèr. Dänn händ is wie Sfèèremusig d Flöötetöön von Goldamere bigläitet, je nööcher das mer de Toggeburger Weier choo sind. Nid vergäbe hät s is da use zoge, wä mer öppe mit eme Mäitli no chli sind go Welofaaren am ene schööne Sumeraabig. In Hegmatte hä mer früe erfaare, das de Himel uf der Èèrden aafangt, deet won er in Aardwise zwüschet Binz und Falchegraas de Boden aatüpft. Und s dänn dur d Muggeschwèrm und d Schwalbebaane duruuf haut, zun Spiiren ue und under d Wulchechnöiel, wo d Sägelflüüger ghanget und gchräist und gchräist sind, das mer hett chöne mäine, si welid d Wulche schiible, wien es Öpfelpschniiderli en Chridebüchsler. Solang s no im Schlepp vom ene Motoorflüüger gsii sind, händ s äim chöne  verbaarme. Wie halblaami Schnöizler sind s am Schleppsäil ghanget, und mängmaal hät s äim tunkt, de Schleppflüüger heig au Müe, und mer mües em schier hälffen über s Äichhölzli ie. Aber mer händ ja deziit ghaa, und d Langwiili hä mer gnosse zwüschet Himel und Èèrde. Uf äimaal hät er si dänn abghänkt, uusklinkt, wie mer gsäit händ, und de Sägelflüüger isch eläi gfloge.
Di eerscht Aanig oder der eerscht Ggluscht uf die Freihäit, wo dänn de Räini Mäi driissg Jaar spööter devoo gsunge hät, hä mer doo überchoo, au wä mer nu devoo händ chöne tröime. Tröime, wie s wèèr, wä mer sälber die Schläiffe zietid und stiigtid und stiigtid dur d Schöönwätterwulchen uuf in blaue Himel ue.

(Zürichdeutsch mit Winterthurer Färbung)

 

Binn VS. Von Zürioberland-Schwèrmer.

Binn

D Hüüser sind so bräit wie d Waldböim hööch,
d Kapälen underziet sich au dèm Maass,
und s gliich Verheltniss gilt für d Brugg und d Straass,
und drum gönd söttig Bilder äim au nööch.

Was daa de Mäntsch als Bouhèrr undernimmt,
seig s am e Huus, mit Balchen, eme Brätt,
i Stäi und küenem Bogen, ales hät
i Stoff und Maasse d Natuur voorbestimmt.

Das laat mich stile staa und ziet mich ine,
ich gspüüre miich als Täil vo de Kultuur
in Määss vo Brugg und Straass und Huus da hine.

Churzum, die Hinderwald-Archidäktuur
laat miir käi Rue bim Maale, laat mi sine
als Mäntsch im Iivernèè mit de Natuur.

Tössbergland. Von Zürioberland-Schwèrmer.

Wänn d vo Bettschwiil der Äisrüüti-Stutz uuf zum Bank ue und zum Wald uus chunsch, wiirsch vo de Heli fascht pländet, das di zeerscht draa gwöne muesch. Aber dänn die Uussicht! A die gwönsch di halt ebe nie, bisch jedes Maal wider nöi überrascht devoo. Nid vergäbe ghäisst s da oben «uf de Luegete». Debii hät s nüüt Grandiooses, wie wänn d vor em Matterhorn staasch oder vor Äiger, Möngch und Jungfrau uf de Chliine Schäidegg. Aber e chliini Schäidegg staat der gliich gägenüber, en Egge, wo schäidet: d Alpe-Wiiti vo de Tössbèèrg-Ängi, d Jungmäitlibagge vo den Altersrümpf. Son e Runzle han i mit em Äisrüütistutz grad hinder mer gglaa und staanen uf de wäiche Forme vo de Waldschbèrghööchi, über em zaame Haberacher und em linden Ämet. Sädel ghäisst s wiiter änen und Vogelsang: wettsch di sädlen, aneflaarzen und de Vögel zuelose. Wisewii s Hasebööl und d Oberegg, wo bäid wie wäichi Schänkel vom Hüttchopf und em Tüürspitz a s Ämitaal erinered. Nid das s grad ase bräitäärschig daaliitid wie Ämitaaler Bääre-Wiirtine, aber fäiss gmeschtet mit Nagelflue, tätschlet und zwäggstriche. Wie de Hüttchopf, dè Lugihund, wo mit siire Glatze degliiche tuet, er seig glatt wien es Tiroolerchnüü, zum s vermäntele, wie bäärbauzig das s hinenabe chiit, hinder Ghoogg und Überzütt, d Gübel ap, em Wasser zue, aben i d Ängi vo de Tobelsaagi, de Bachfrèèsi, Stäischliiffi, Chracheschnätzli, Chiisschütti: a d Tööss.
Deet unenue stiigt de Rauch vom ene Chriishackerfüür, das d gseesch, das d Waarten und s Schnebelhorn e Ziilete wiiter hine stönd, mit de Waagrächte vom Bäärloch zur Straalegg und em zwäizipflige Mardergrind vo de Schindelbèrghööchi gäg rächts und em waldige Rugge vom Tägelschbèèrg, wo preziis deet gäg d Bachschäidi abe taucht, wo de Säntis no husch wett dure luege, bevor de Hüttchopf de Räscht vom Alpstäi verteckt. Eerscht rächts vo de Schäidegg taucht mit em Läischtchamm s Ändi vo de Chuurfiirschten uuf, dänn s Speermüürli und de Speer, s Toppelhorn vom Mürtschestock näbet em Schänisserbèèrg und über em Wäidstall im Mäiersstüüssel de Glèèrnisch. Vo siim Vreenelisgèèrtli mues de Föön wie vom en Abriisskaländer Blätzli gschränzt und i d Töössbèèrg dure plaase haa: de Faarner, der Oberholzer Stock und de Hittebèèrg. Deet chönt s Vreeneli im Grüene gaartnen, ooni Schnee und Iis. Wien e Kulisse verstellt s Harnischholz de Blick an Obersee und i d Linthebeni und länkt en zrugg is Töössbèèrgland.
(Zürichdeutsch mit Winterthurer Färbung)

Kandersteg. Von Max.

Nach einer kalten Nacht gewinnt am Morgen die Kraft der Sonne die Übermacht. Fast mystische Schleier zieren die filigrane Landschaft rings um Kandersteg. Gleichzeitig wird der Blick frei auf die hehren verschneiten Berge einschliesslich deren Gletscher. Alles auf kleinem Raum. Man kann immer wieder staunen, wie sich die Landschaft verwandelt. Auch wenn hinter allem pure Physik steckt, löst diese Landschaft bei mir Gefühle aus, welche im Bewusstsein haften bleiben und bei Trübsal und Langeweile in einer städtischen Umgebung ins Bewusstsein rücken. Das Wechselspiel der Natur zieht mich in ihren Bann. Genau deswegen liebe ich diese abwechslungsreiche Landschaft.

Oeschiland. Von Max.

Lichtblick in die Berge des Berner Oberlands im Gebiet Oeschiland. Das ewige Spiel von Sonne, Wolken, klarer Sicht und gespenstischen Wolken kann man vom ‚Oeschiland‘ aus bestens beobachten, weil man nahe an einer Wettergrenze ist.

Zürich. Von Max.

Der Blick in nahe Bergwelt, zu Füssen der liebliche Zürisee, ist für mich immer wieder ‚Heimat‘. Wir gehören der stolzen Bergwelt ebenso wie den sanften Gestaden eines Sees, der seine Entstehung der letzten Eiszeit verdankt. Vielleicht sind wir Städter uns bei einem solchen Rundblick bewusst, dass wir inmitten einer gesegneten Landschaft wohnen und leben dürfen.

Alvaneu. Von juhui.

Alvaneu isch e Terrasse, sunnig u hiub. Obwohls grundsätzlech e Südhang isch, hets geng wieder flachi Matte u Äcker, Tuele, steili Börter, chlyni u grösseri Hügeli u Hecke. Läsisteihüfe u einzelni Chempe, flachi Chalchsteiplatte mit Pölsterli u Flächte, verschiedenschti Pflanze u vili Zeiche vom Buure mache dr Wägrand interessant. Gäg Solas hingere wird’s troche u steil u me chunnt i Föhrewaud u Niele wachse dür d Böim es het es paar auti Wyde mit schöne Wydebüsseli u bi sunnigem Wätter vili Insekte, Schmätterlinge u Chäfer. I läbe sit guet me Jahr hie, gniesse dr Blick id Bärge ohni dass sie eim grad vor dr Nase stö, lose am Wasserfall zue wo am Gägehang us em Schaftobu use chunnt. Bsungers schön sy hie o klari Voumondnächt; meischtens geit dr Mond denn über em Bärg Muchetta uf u erhäut di flache Matte u dr Himu würkt no grösser als ir Heiteri. Was mir o gfaut, isch, dass ganz vili Heil- und ässbari Chrütter hie wachse u me die o sammle u säuber bruuche cha.

 

Oberes Emmental. Von sidoch.

etwas abgeschottet, aber auch beschützend. Für Aussenstehende nicht einfach zugänglich, aber wenn das Vertrauen mal aufgebaut ist, kann man auf die Leute zählen. Viel weltoffener als man denken könnte ( Rock-musik, Sport, Kunst … ).

 

Thurauen. Von FlorHelvetica.

Die Thurauen sind eine Auenlandschaft im Mittelland. Die Thur schlängelt sich durch diese liebliche Landschaft entlang von Wäldern und Feldern. Für mich sind die Thaurauen ein Stück übriggebliebene Natur und ein bisschen Wildnis. Ich komme sehr gerne hierher für Wanderungen und für Kayaktouren. Man hat immer schön seine Ruhe und kann herrlich entspannen!

 

Oeschinensee. Von FlorHelvetica.

Der Oeschinensee ist mit seinem wunderschönen türkisen Wasser für mich einer der schönsten Schweizer Bergseen. Umgeben von steilen Bergwänden und mit Ausblick auf Dolden- und Fründenhorn, typischer Schweiz geht gar nicht.

 

Vorder Glärnisch. Von Chess.

Beeindruckende Aussicht vom Gipfel des Vorder Glärnisch aufs Vrenelisgärtli.

 

Madiswil. Von Werner Scheidegger

Wässere (Oberaargauer Mundart)

Was de Walliser ihri Bisses oder Suonen, si de Oberaargouer früecher d Wässermatte gsii. Ou d Wässermatte hei e johrhundertauti Gschicht. D Mönche vom Chloschter Sant Urbe hei scho im dryzähte Johrhundert aagfange, d Langete u d Rot für d Bewässerig vo de Matte z nutze. Si hei derfür es umfangrychs Netz vo Greben aagleit u zum Tööu de Louf vor Langete umgleitet. Es isch ou überliferet, dass d Mönche hin u wider mit de Buure Händu gha hei, wär wenn wivüu dörf wässere oder es het z rede ggä, wenn e Müuer zweeni Wasser gha het, wüu d Buure wyter oben aus Wasser uf ihri Matten use greiset hei.
Vo däm auem han i natürlig no nüüt gwüsst, won i aus Schueubueb mit em Wässerschüfeli usgrückt bi. Mir hei ir Hertechen unge zwo Matte gha. Dert hei mir genausoweni wi di angere Buure nie Mischt oder Bschütti abegfüert. Dert isch gwässeret worde. Das het glängt, dass e Huuffe Gras gwachsen isch. Scho vo wytem het me gseh, we amenen Ort kes Wasser härecho isch. Dert isch ’s Höigras nume ganz gmiggerig gstange im Verglych. Ob aber das maschtige Gras, wones vom Wässere ggä het, besser gsi isch, isch en angeri Froog.
Es het nämlig zu dere Zyt no ke Kläraalag ggä. Vo de Buurehüser isch ’s Abwasser meischtens is Bschüttloch glüffe. Aber vo den angere Hüser diräkt i Dorfbach. Das wär jo wyter nid schlimm gsii. Di vile Chemikalie, wo hütt ge-brüüchlech sii, het me denn zum gröschte Töu no gar nid gkennt. Is Gwicht gfauen isch aber, dass ou ’s Abwasser vom Geiser u vom Räber Metzger i d Kanalisation glüffen und ungerem Bahnhof i Dorfbach gmündet isch. Amene Mändi, we gmetzget worden isch, isch der Bach drum ganz rot gsii vom Bluet, wo im Schlachthuus abegschwänkt worden isch. U mit em Bluet si meischtens ou no Bitze vo Därm und angeri chlyni Fleischbitzli derhär cho. Zur Fröid vo de Chrääie, wo do ne rych ddeckte Tisch vorgfunge hei. Wenn de e Buur mit eme Fuerwärch d Matten ab cho isch, hei die d Flucht ergriffe u de isch jewyle e grossi schwarzi Wuuke gägem Gaugelöhli zue gfloge.
Di Schlachthuusabfäu si natürlig bym Wässere über d Matte vertööut worde u hei gmeschtet, meh weder nötig gsi wär. ’s Höigras isch meischtens im Bode inne glääge und übere Boden ewägg ganz gschnuderig gsii, so dass es bym Määie mit der Maschine Wüüsche ggä het und eine hinger der Määi-maschine noche mit der Sägesse het müesse go Schnöiz abputze.
D Chüe hei ’s Mattegras nid gärn gfrässe. Grüen het mes fasch nid chönne fuere. Mir hei drum gäng druf gluegt, dass mer ou de dritt Schnitt no hei chönne deere. Das isch so ume Bättag ume gsii. Nach däm isch nümm gwässeret worde. Wenn es de im Novämber no einisch chly öppis het ggä zum Zämeputze, de hei mir das zwar no greicht, aber zum bsungere Gschmäckli vo däm Gras isch i dere Johreszyt no der Wurmhärd derzue cho, so dass me mängisch fasch meh Chrüpfeputzete gha het, weder dass me vorhär inegä gha het.
Der Geiser Metzger het jedem Buur chönne sääge, ob er Wässermatte heig. Er het das ar Läbere vo de Metzgchüe gseh, wo regumässig Läberegle gha hei, we si vo Zyt zu Zyt Mattegras z frässen übercho hei. Ob’s ihm ächt überhoupt bewusst isch gsii, dass är mit em Abwasser vo syr Metzgerei d Vorussetzige für d Entwicklig vo dene Viehcher de Dorfbach abgschickt het, weiss i nid, ab i nimes scho a.
Aus Bueb bin i gäng gärn uf d Matte für go z wässere. Z’ersch bin i meischtens ’s Gässli ab. Bym Bahnhof isch en Übergang gsii für d Fuessgänger und chly wyter ung bin i scho zum Bach cho u ha gluegt, ob dert scho eine ’s Wasser abgleitet gha het. Z oberischt het der Ingold Fritz e Matte gha, nächär der Räber Fritz, der Hubschmid Hans, der Ryser vom Schattloch u der Büeler vor Durneich. De het sech der Bach tööut. Je nachdäm wär grad gwässerer het, isch ’s meischte Wasser graduus gägem Schueugarten abe glüffe oder a Rysers u Hubschmids Matte noh gäge üsne zwo Matte. Wenn amenen Ort e Laade ygsteckt gsi isch, han i dä uszoge, so dass aus Wasser uf üsi Syten ume glüffen isch. Ar Langete noh hei si e sogenannti Chehri gha. Jede Buur het nume a bestimmte Tage dörfe wässere. Aber bym Dorfbach het das nid gguute. Do het jede ’s Wasser gnoh wie u wenn ’s ihm passt het. Das het derzue gfüert, dass mängisch ’s Wasser scho wider bym Nochber glüffen isch, chuum het me der Matte de Rügge gchehrt.
Mit der Zyt hani de gmerkt, dass der Räber Fritz u der Hasler Ärnscht mi hei gseh uf d Matten abe goh u chuum bin i wider z düruuf gsii, säuber abglüffe sii, für d Britsche umz’stecke u ’s Wasser wider uf ihri Syten ume z reise. Won i das gmerkt gha ha, bin i de lieber ’s Fuswäägli gägem Houderbündtli zue u bym Schueugarte übere Bahnübergang. Wenn i gseh ha, dass scho eine am Bach noh louft, han i dert obe gwartet, bis dä furt gsi isch, ha däm sy Laade wider uszoge u mi gfröit, dass i däm ’s Wasser ha chönne abgraabe.
I ha mi mängisch rächt lang chönne vertöörle mit däm Wasser. I bi de chlyne Grebli noglüffe, ha do u deert es Rüüssli ufto oder vermacht, je nachdäm, ob i ’s Wasser im obere oder im ungere Tööu vo der Matte wöue ha. Näbeby isch ’s Wässere ou no di beschti Muusebekämpfig gsii. D Müüs heis gar nid gschetzt, we ihri Bhusige plötzlig über-schwemmt worde sy. De hei si d Flucht ergriffe und i ha de ufpasst, ob eini vürechunnt u bi re natürlig nochegsprunge, bis i se verwütscht ha. Für d Müüs eigetlig e perfiidi Sach.
Am Samschti Zoobe het e bsungeri Regelig guute. Wär am Füifi Wasser gha het, het’s bis am Mändi am Morge gha. We am Füifi meh aus eine Wasser wöue het, hei si das müesse teile. De isch bim oberschten Ablis e chlynere oder grössere Stei ungere Laade gchlemmt worde, so dass nume d Höufti oder e Drittu uf di entsprächendi Matte glüffen isch, je nachdäm, wi mänge dervo wöue het.
I trochene Johre isch di Wässerei mängisch chly es Chatz u Muus-Spüu gsii. Afe isch nume weni Wasser cho, u vor auem nachem Höiet hei au glychzytig dervo wöue. ’s Sibenevierzigi u ’s Nüünevierzgi si söttigi Johr gsii. I weiss ömu no, dass mir im Sibenevierzgi scho zmitts im Summer hei müessen afo Höi fuere, wüu nüt meh gwachsen isch u d Ängerlinge no de Räschte gfrässe hei. We me überne Grasbitz glüffen isch, het me d Mutte chönne furtstopfe. I söttigne Johr si au Buure, wo ne Matte gha hei, froh gsii drüber. A de Syten obe sy au Blätze rot un bruun gsii, nume uf der Grossmatt ung isch es no grüen gsii, sowyt Wasser derzue cho isch.
D Mättebacher u Wyssbacher Buure hei ihri Matte no usemen angere Grund gschetzt. Es git’s gäng öppen im Spät-herbscht, dass by ihne scho der erscht Schnee aahänkt u si de ir Matten unge no chly Gras chöi go reiche.
Hütt wird by üüs so guet wi nüt meh gwässeret. Gäng wi meh hei d Buure d Grebe uf ihrem Land lo ygo und hei afo z’Acherfahre, z’ersch die gäge Gueteberg abe u nodino ou wyter ueche, u si hei aagfange Acherbou betrybe. Für mänge Buur si jo d Matte fasch ’s enzige äbene Land vom ganze Heimet. Der eint Arm vom Dorfbach louft nach em Bahnübergang gäng no gägem Leebech u der anger gäge d Herteche u ersch z Lotzu nide münde si i d Langete. U mi gseht a beidne Bachlöife ou gäng no d Ablisse, wo früecher ’s Wasser i d Matten use greiset worden isch. Aber die wärde nümme bbruucht u si nume no stüui Züge vore vergangene Zyt.
Vor Johre het der damalig Regierigsrat Bärtschi d Initiative ergriffe, für no ne chlyne Tööu vo däm aute Kulturguet z erhaute. Z Lotzu, z Roggu und im Rottääli si no es paar Wässermatten im Betriib. Di Buure überchöme vom Kanton e Bytrag derfür, dass si sech verpflichte, d Wässerei ufrächt z erhaute. Näbem Museumscharakter vo dene räschtleche Wässermatte si das natürlig ou wärtvoui Biotop für auergattig Vögu und angeri Chlytier. U für mii e schöni Erinnerig a my Jugetzyt.

 

Flurnamen auf meinem ehemaligen Hof. Von Werner Scheidegger.

  • Matte Mit Matte ist bei uns nicht irgendeine Matte oder Wiese gemeint, sondern die Talsohle mit früher fast ausschliesslich Wässermatten. Erst in den letzten 50 Jahren wurde ein grosser Teil davon in die Fruchtfolge integriert.
  • Himurych (Himmelreich) ehemalige Wässermatten, die praktisch vollumfänglich von bestockten Wasserläufen umgeben sind, so dass der Blick nur zum Himmel hin offen ist.
  • Steinlen sehr steinreiche Äcker
  • Möösli ehemals sumpfiger Acker
  • Galgenlöhli Löhli = kleines Wäldchen, oberhalb diesem stand früher der Galgen
  • Kommetacker ursprünglich bestand dieser Acker aus vielen kleinen schmalen Parzellen in der Form eines (halben) Kummetrings
  • Zielacker alte Schreibweise Zihlacker, Herkunft des Namens unbekannt
  • Yschlag (Einschlag) Feld, das ein früherer Hofbesitzer einzäunen und so vom öffentlichen Weiderecht im Spätherbst befreien konnte
  • Chilchstüele kleine Talmulde gegenüber dir Kirche
  • Müleberg (Mühleberg) Anhöhe bei der (ehemaligen) Mühle
  • Zäugli (Zelgli) wohl in Anlehnung an Winter-, Sommer-, Brachzelg
  • Houderbündtli Houder = Holunder
  • Zopfe Grundstück in Form eines Dreiecks

Weitere Flurnamen rund ums Dorf meist selbstredend

Dorneich
Hübeli
Fährech
Bisig (Bisegg)
Fiechtimoos
Hunze
Kaser
Gumpele
Bänacher
Moosacher
Bisigmatte
Fröschmatt
Loche